Die Entwicklung einer
Depression kann sehr unterschiedlich sein.
Der eine reagiert vielleicht
auf eine ganz bestimmte Situation. Er
oder sie wird arbeitslos .. oder der Lebenspartner wird krank, will sich trennen
oder stirbt unerwartet .. oder das Berufsleben ist beendet und die Umstellung in
den neuen Ruhestand wird zunehmend schwierig, so wie ein schwarzes Loch, was
sich auftut und immer größer wird ... Oder aber es gibt gar keinen sofort
sichtbaren Auslöser ... Es geschieht unmerklich ... Für manche ist es wie ein
alt vertrautes Fahrwasser ... diese trüben Gedanken
.. immer weiter... immer tiefer... immer mehr. Man merkt nicht, wie man selbst
sich mehr und mehr verstrickt... es scheint wie angeflogen.
Und irgendwann ist es so, als hätte man eine schwarze
Brille auf: Es gibt nur noch die negative Sicht der Dinge... es gibt nichts,
was einen freuen könnte. Die Gedanken kreisen... die Zukunft er
scheint verschlossen... der Blick nach vorne wie in einen tiefen Tunnel... ohne
jedes Licht am Ende... endlos, ohne Hoffnung... hilflos ausgeliefert... wie in
sich selbst gefangen.
Aber auch der Körper
reagiert auf seine Weise. Zuerst
ist es vielleicht nur diese Müdigkeit, diese Schwere in den Gliedern. Es fehlt
der Schwung .. und auch der Kreislauf kommt nicht mehr auf Touren. Nichts
schmeckt mehr richtig .. kein Appetit .. und selbst die Verdauung klappt nicht
mehr .. alles ist verstopft. Und dann gibt es noch die Stoffwechselprozesse im Gehirn, die man zwar nicht bewußt
wahrnehmen kann, die aber dazu führen, daß sich die Dinge verselbständigen können,
so daß man irgendwann von alleine nicht mehr
herauskommt
aus dieser Spirale. Man ist auf Hilfe angewiesen, auf Medikamente, die den Stoffwechsel im Gehirn wieder in Ordnung
bringen.
Doch dies alleine ist oft nur ein Anfang. Es geht darum,
den Einstieg in die Spirale zu erkennen, zu erfahren, wie man hineinkommt in
dieses Fahrwasser. Damit man sich schützen kann, wieder in solche Strudel zu
geraten. In Zukunft nicht mehr im Sumpf der Probleme versinken, an Lösungen
denken und daran, wie man vieles in seinem Leben ja schon gemeistert hat. Das
ist ein Weg der Psychotherapie. Wer
ihn geht, kann vielleicht mit mehr Zuversicht sein Leben meistern, die Depressionsspirale
umkehren.