Systemisches Denken

Systemisches Denken ist ein Paradigma, das in vielen wissenschaftlichen Disziplinen bereits Fuß gefaßt hat und weiter expandiert. Es beschäftigt sich mit der Vielzahl von Wechselwirkungen in komplexen Systemen. Es basiert zum einen auf systemtheoretischen Überlegungen, die Aufbau, Funktionen und Interaktionsprozesse von Systemen in den Mittelpunkt der Betrachtungen stellen, und zum anderen auf konstruktivistischen Annahmen, die u.a. durch hypothetisches Fragen das Erfinden neuer Wirklichkeiten ermöglichen. Wahlweise wird dadurch die Konstruktion von Komplexität möglich, z.B. durch das Wahrnehmen anderer Sichtweisen, oder die Reduktion von Komplexität, z.B. durch das Einnehmen der Außenperspektive.

Systemische Therapie ist ein eigenständiges psychotherapeutisches Verfahren mit einer Vielzahl von Methoden und Anwendungsbereichen. Ursprünglich aus der Familientherapie entwickelt, wird sie heute in der Arbeit mit Einzelnen, Paaren, Familien und Gruppen angewandt. Sie betrachtet den einzelnen Menschen im Beziehungsgefüge seines Umfeldes und sieht Symptome als Ausdruck bestimmter Beziehungsmuster. Therapeutische Interventionen zielen darauf, diese Muster deutlich werden zu lassen, die Ressourcen zu aktivieren und die Handlungsmöglichkeiten der Beteiligten zu erweitern. Welches System als therapeutisch relevant angesehen wird, hängt von dem spezifischen Kontext der Therapienachfrage ab. Systemische Praxis erfaßt neben dem klinischen Feld auch andere Bereiche wie Beratung, Supervision, Fort- und Weiterbildung sowie Organisationsentwicklung.

zitiert nach IGST

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